Übersicht
Ausschreibung
Präsentationen mit KI erstellen – Praktische Anleitung für Gamma & Co
Untertitel
Moderne Präsentationen effizient, kreativ und professionell mit künstlicher Intelligenz gestalten
Einleitung
Dieses Seminar zeigt praxisnah, wie KI-gestützte Tools die Erstellung von Präsentationen grundlegend vereinfachen und qualitativ verbessern können.
Inhalte
- Grundlagen KI-gestützter Präsentationserstellung
- Überblick über Tools wie Gamma und vergleichbare Systeme
- Prompting-Techniken für strukturierte und überzeugende Präsentationen
- Gestaltung, Storytelling und visuelle Dramaturgie mit KI
- Praktische Workflows vom Konzept bis zur fertigen Präsentation
Zielgruppe
Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer, die Präsentationen professionell erstellen oder optimieren möchten
Lernziel
Die Teilnehmenden sind nach dem Seminar in der Lage, eigenständig hochwertige Präsentationen mithilfe von KI-Tools zu konzipieren, zu strukturieren und visuell ansprechend umzusetzen.
Vorkenntnisse
Grundlegende PC- und Präsentationskenntnisse (z. B. PowerPoint oder vergleichbare Tools).
Medien
Präsentation: Früher (ppt-Masterfolie), heute (Gamma)
Handout: PDF

Gliederung
1. Einführung: Warum Präsentationen neu gedacht werden müssen
1.1 Rolle von Präsentationen in Studium, Beruf und Wissenschaft
1.2 Typische Probleme klassischer Präsentationserstellung
1.3 Paradigmenwechsel durch Künstliche Intelligenz
2. Grundlagen: Künstliche Intelligenz in der Präsentationserstellung
2.1 Was KI heute leisten kann – und was nicht
2.2 Text-, Design- und Strukturautomatisierung
2.3 Chancen, Risiken und ethische Fragestellungen
3. Tool-Überblick: Gamma & vergleichbare KI-Präsentationstools
3.1 Funktionsprinzip von Gamma
3.2 Vergleich zu klassischen Tools (PowerPoint, Google Slides)
3.3 Weitere relevante KI-Tools im Überblick
3.4 Kriterien zur Toolauswahl für unterschiedliche Einsatzszenarien
4. Prompting als Schlüsselkompetenz
4.1 Was ist ein guter Prompt?
4.2 Strukturierte Prompts für Präsentationen
4.3 Beispiele für schlechte und gute Prompts
4.4 Iteratives Arbeiten mit KI
5. Von der Idee zur Struktur: Präsentationskonzepte mit KI entwickeln
5.1 Zieldefinition und Zielgruppenanalyse
5.2 Gliederungen und Storylines automatisch erzeugen
5.3 Roter Faden, Dramaturgie und Argumentationslogik
6. Design und Visualisierung mit KI
6.1 Automatisches Layout und Designvorschläge
6.2 Farben, Typografie und visuelle Konsistenz
6.3 Diagramme, Bilder und Visual Storytelling
6.4 Grenzen automatisierter Gestaltung
7. Praxisworkflows: Effizient arbeiten mit Gamma & Co
7.1 Schritt-für-Schritt-Workflow einer KI-Präsentation
7.2 Überarbeitung, Feinschliff und menschliche Kontrolle
7.3 Export, Weiterverarbeitung und Präsentation
8. Qualitätssicherung und Präsentationskompetenz
8.1 Inhaltliche Prüfung und Faktenkontrolle
8.2 Präsentationen verständlich und überzeugend machen
8.3 Typische Fehler und wie man sie vermeidet
9. Best Practices und Anwendungsbeispiele
9.1 Präsentationen für Studium und Lehre
9.2 Business- und Managementpräsentationen
9.3 Wissenschaftliche Vorträge und Konferenzen
10. Ausblick: Die Zukunft der Präsentationserstellung
10.1 Wohin entwickeln sich KI-Präsentationstools?
10.2 Rolle des Menschen im KI-gestützten Präsentationsprozess
10.3 Neue Kompetenzen für die nächsten Jahre
Checkliste
Checkliste für Teilnehmende
Präsentationen mit KI – Gamma & Co
Diese Checkliste hilft Ihnen, KI-Tools wie Gamma sinnvoll, reflektiert und zielgerichtet einzusetzen.
1. Vor der Arbeit mit KI – Denken vor Klicken
☐ Habe ich das Ziel der Präsentation klar formuliert?
☐ Weiß ich genau, wer meine Zielgruppe ist und welches Vorwissen sie hat?
☐ Ist mir bewusst, was das Publikum nach der Präsentation wissen, denken oder tun soll?
☐ Kenne ich den zeitlichen Rahmen (z. B. 10, 15 oder 30 Minuten)?
Merksatz:
Eine gute Präsentation beginnt nicht mit KI, sondern mit Klarheit.
2. Prompting – Die Qualität der Frage entscheidet
☐ Enthält mein Prompt Thema, Zielgruppe und Zweck?
☐ Habe ich den Umfang klar benannt (z. B. Anzahl der Folien)?
☐ Ist die gewünschte Tonalität angegeben (z. B. sachlich, praxisnah, wissenschaftlich)?
☐ Habe ich klare Erwartungen formuliert (z. B. Beispiele, Checklisten, Fazit)?
Merksatz:
Ein guter Prompt ist ein gutes Briefing – für die KI und für mich selbst.
3. Erste KI-Version – kritisch prüfen
☐ Erkenne ich einen roten Faden in der Präsentation?
☐ Gibt es Doppelungen oder unnötige Inhalte?
☐ Sind alle Aussagen verständlich für meine Zielgruppe?
☐ Wirkt die Präsentation logisch aufgebaut (Einführung – Kern – Abschluss)?
Merksatz:
Die erste KI-Version ist ein Entwurf, kein Endprodukt.
4. Menschliche Überarbeitung – Verantwortung übernehmen
☐ Habe ich Inhalte gekürzt und priorisiert?
☐ Sind alle Fachbegriffe korrekt und sinnvoll erklärt?
☐ Stimmen Zahlen, Definitionen und Aussagen?
☐ Habe ich eigene Beispiele oder Akzente ergänzt?
Merksatz:
KI unterstützt – Verantwortung bleibt menschlich.
5. Design und Visualisierung – weniger ist mehr
☐ Unterstützt das Design die Verständlichkeit der Inhalte?
☐ Sind Folien übersichtlich und nicht überladen?
☐ Werden Visualisierungen sinnvoll eingesetzt (nicht dekorativ)?
☐ Ist das Erscheinungsbild konsistent?
Merksatz:
Gutes Design erklärt – es schmückt nicht.
6. Abschlussprüfung – Präsentationsreife
☐ Passt die Präsentation zum Zeitlimit?
☐ Gibt es eine klare Kernaussage am Ende?
☐ Könnte ich die Präsentation ohne Folien erklären?
☐ Würde ich diese Präsentation selbst gern hören?
Merksatz:
Wenn ich meine Präsentation verstehe, versteht sie auch das Publikum.
7. Reflexion – Lernen aus dem KI-Einsatz
☐ Was hat mir die KI wirklich abgenommen?
☐ Wo musste ich bewusst eingreifen?
☐ Was habe ich über Präsentationen gelernt?
☐ Wie möchte ich KI künftig einsetzen?
Abschließender Leitsatz:
KI macht Präsentationen schneller – Denken macht sie besser.
Lernziele
Präsentationen mit KI – Gamma & Co
1. Groblernziele (übergeordnete Lernziele)
Nach Abschluss des Seminars sind die Teilnehmenden in der Lage,
G1. die Möglichkeiten und Grenzen KI-gestützter Präsentationserstellung fundiert zu verstehen und einzuordnen.
G2. KI-Tools wie Gamma zielgerichtet zur Strukturierung, Gestaltung und Optimierung von Präsentationen einzusetzen.
G3. Prompts als zentrales Steuerungsinstrument bewusst und reflektiert zu formulieren und weiterzuentwickeln.
G4. KI-generierte Präsentationen kritisch zu analysieren, zu bewerten und qualitätszusichern.
G5. Verantwortung für Inhalte, Wirkung und Kontext von Präsentationen trotz KI-Unterstützung bewusst zu übernehmen.
G6. den Einsatz von KI bei Präsentationen reflektiert, situationsangemessen und nachhaltig in Studium, Beruf oder Lehre zu integrieren.
2. Feinlernziele (konkretisierte Lernziele)
Zu G1 – Verständnis von KI und Präsentationen
Die Teilnehmenden können …
- erklären, wie KI-gestützte Präsentationstools funktionieren,
- Unterschiede zwischen klassischen Präsentationstools und KI-Tools benennen,
- Chancen und Risiken des KI-Einsatzes im Präsentationskontext differenziert darstellen.
Zu G2 – Anwendung von KI-Tools
Die Teilnehmenden können …
- eine Präsentation mit KI systematisch von der Zieldefinition bis zum Export erstellen,
- KI-Tools zur automatischen Strukturierung und Visualisierung einsetzen,
- KI-Ergebnisse gezielt an eigene Anforderungen anpassen und überarbeiten.
Zu G3 – Prompting-Kompetenz
Die Teilnehmenden können …
- präzise Prompts unter Berücksichtigung von Ziel, Zielgruppe und Umfang formulieren,
- schlechte von guten Prompts unterscheiden und begründen,
- Prompts iterativ verbessern, um die Qualität der KI-Ergebnisse zu steigern.
Zu G4 – Analyse und Qualitätssicherung
Die Teilnehmenden können …
- KI-generierte Präsentationen hinsichtlich Struktur, Verständlichkeit und Zielklarheit bewerten,
- typische Fehler und Schwächen KI-generierter Inhalte identifizieren,
- Maßnahmen zur inhaltlichen und didaktischen Qualitätssicherung anwenden.
Zu G5 – Verantwortung und Urteilskompetenz
Die Teilnehmenden können …
- klar zwischen Aufgaben der KI und menschlicher Verantwortung unterscheiden,
- inhaltliche Entscheidungen begründet selbst treffen,
- Risiken wie Vereinheitlichung, Fehlinterpretation oder Verantwortungsverschiebung reflektieren.
Zu G6 – Transfer und nachhaltige Nutzung
Die Teilnehmenden können …
- eigene Einsatzszenarien für KI bei Präsentationen entwickeln,
- den KI-Einsatz an unterschiedliche Kontexte (Studium, Beruf, Wissenschaft) anpassen,
- eine persönliche Strategie für den zukünftigen Umgang mit KI-Tools formulieren.
3. Didaktischer Hinweis (für Sie als Dozent)
- Die Groblernziele eignen sich für
- Modulbeschreibungen
- Ausschreibungen
- Akkreditierungsunterlagen
- Die Feinlernziele eignen sich für
- Prüfungs- und Bewertungsgrundlagen
- Aufgabenstellungen
- Reflexions- und Transferleistungen
4. Kurzfassung (für Handout oder Folie)
Ziel des Seminars ist es, Teilnehmende zu befähigen,
KI-gestützte Präsentationen kompetent zu erstellen,
kritisch zu bewerten und
verantwortungsvoll einzusetzen.
NotebookLM
Schritt-für-Schritt: Präsentationen mit NotebookLM erstellen
1) Ziel klären, bevor Sie NotebookLM öffnen
Notieren Sie in zwei Sätzen:
- Zweck: Informieren, überzeugen, lehren, entscheiden?
- Zielgruppe: Vorwissen, Fachsprache, Erwartungshaltung?
Diese zwei Sätze werden später Ihr „Master-Prompt“ für NotebookLM.
2) Quellen vorbereiten (entscheidet über Qualität)
NotebookLM ist am stärksten, wenn es mit Ihren eigenen Dokumenten arbeitet (Skripte, PDFs, Artikel, Folien, Notizen).
Best Practice:
- Lieber wenige, gute Quellen als ein wilder Dokumentenfriedhof.
- Bei sehr langen PDFs: möglichst saubere Kapitelstruktur/Überschriften (hilft der Extraktion).
3) Neues Notebook anlegen und Quellen hinzufügen
- NotebookLM öffnen und ein neues Notebook erstellen.
- Ihre Materialien als Sources/Quellen hinzufügen (PDFs, Texte etc.).
- Benennen Sie die Quellen eindeutig (z. B. „Paper_2024_Methodik“, „Skript_Kapitel3“).
4) Erstes „Briefing“ an NotebookLM (Master-Prompt)
Geben Sie NotebookLM direkt eine klare Arbeitsanweisung, z. B.:
„Sie sind mein Präsentations-Co-Autor. Zielgruppe: Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer (Hochschulniveau). Ziel: praxisorientierte Einführung. Erstellen Sie mir eine Gliederung mit 10–12 Folien, inkl. Kernaussage pro Folie und Begründung aus den Quellen.“
Damit bringen Sie NotebookLM in den richtigen Modus: strukturieren statt schwafeln.
5) Aus Quellen eine belastbare Struktur bauen
Nutzen Sie die Note-/Studio-Funktionen, um aus den Quellen strukturierte Bausteine zu machen:
- Outline erzeugen (aus ausgewählten Notizen/Quellen): liefert Themenblöcke, Unterpunkte, logische Reihenfolge.
- Optional Study Guide (liefert typische Fragen/Begriffe) – ideal, um Prüfungs-/Seminarlogik zu testen.
Praktisch: Lassen Sie NotebookLM zwei alternative Gliederungen erstellen:
- Variante A: „streng wissenschaftlich“
- Variante B: „praxis- und beispielgetrieben“
6) Folienlogik veredeln (roter Faden und Dramaturgie)
Lassen Sie NotebookLM die Struktur prüfen:
- „Wo fehlt ein Übergang?“
- „Welche Folien sind redundant?“
- „Welche Folie ist der Höhepunkt (Key Takeaway)?“
- „Welche 3 Botschaften müssen am Ende hängen bleiben?“
Das ist der Moment, in dem aus „Foliensalat“ eine Erzählung wird.
7) Slide Deck direkt in NotebookLM generieren (wenn verfügbar)
NotebookLM bietet in der Studio-Ansicht die Möglichkeit, ein Slide Deck zu erzeugen.
Vorgehen:
- Öffnen Sie Studio.
- Wählen Sie Slide Deck.
- Optional: Über das Stift-/Customize-Symbol Format und Präferenzen setzen (z. B. „Detailed Deck“ vs. kompakter).
- Generieren lassen und anschließend iterativ verbessern (z. B. „Folie 4 kürzen“, „mehr Beispiel auf Folie 7“).
8) Export und Feinschliff (PowerPoint/Slides/Gamma)
Je nach Ziel:
- Für Vorträge: Exportieren und in Ihrem Standard-Tool finalisieren (Corporate Design, Bilder, Animationen, Timing).
- Für Handouts: „Detailed Deck“ kann als lesbares Dokument taugen.
Hinweis aus der Praxis: Wenn NotebookLM-Decks nicht direkt „klassisch editierbar“ sind, ist der gängige Weg oft Export und Weiterverarbeitung (z. B. über PDF/PowerPoint/Slides-Workflows). (Das variiert je nach aktuellem Stand/Format.)
9) Qualitätssicherung: Fakten, Zitate, Quellenbezug
Gerade auf Hochschulniveau:
- Lassen Sie NotebookLM zu jeder Kernaussage nennen: „Welche Quelle stützt das?“
- Prüfen Sie besonders Zahlen, Definitionen, Begriffe und Kausalbehauptungen.
Das schützt Sie vor „sehr überzeugend formuliert – leider falsch“.
10) Bonus: Audio Overview als Generalprobe
NotebookLM kann aus Ihren Quellen ein Audio Overview erzeugen. Das eignet sich hervorragend als „Hörprobe“, ob Ihr roter Faden funktioniert.
Fragen danach:
- „Welche Punkte habe ich akustisch nicht verstanden?“
- „Wo fehlen Beispiele?“
- „Wo ist es zu langatmig?“
Drei erprobte Prompt-Vorlagen für NotebookLM
- Gliederung
„Erstellen Sie eine Foliengliederung (10–12 Folien) mit Titel, Kernaussage, 3 Bulletpoints und einem Quellenhinweis pro Folie.“ - Didaktische Version
„Bauen Sie die Präsentation nach dem Prinzip: Problem → Konzept → Beispiel → Übung → Zusammenfassung.“ - Kürzung
„Reduzieren Sie die Präsentation auf 7 Folien für einen 10-Minuten-Vortrag. Was muss bleiben, was kann weg?“
Interview
Interview: Präsentationen mit KI – Gamma & Co
Journalist:
Herr Professor, KI-Tools wie Gamma erleben derzeit einen regelrechten Boom. Viele sprechen von einer Revolution der Präsentationserstellung. Ist das nicht etwas übertrieben?
Dozent:
Übertrieben ist es nicht, aber erklärungsbedürftig. Wir erleben tatsächlich einen Paradigmenwechsel. Nicht, weil KI plötzlich Präsentationen hübscher macht – das konnten Templates schon lange –, sondern weil sich der Arbeitsprozess grundlegend verändert. Präsentationen entstehen heute nicht mehr ausschließlich manuell, sondern dialogisch mit der KI.
Journalist:
Was ist aus Ihrer Sicht der größte Unterschied zu klassischen Präsentationstools?
Dozent:
Der entscheidende Unterschied liegt im Startpunkt. Klassische Tools beginnen mit einer leeren Folie. KI-Tools wie Gamma beginnen mit einer Idee, einem Ziel oder einem Text. Die KI denkt Struktur, Dramaturgie und Design von Anfang an mit. Das entlastet enorm – insbesondere Menschen, die fachlich stark sind, aber nicht ihre Zeit mit Layoutfragen verbringen wollen.
Journalist:
Kritiker sagen, Präsentationen würden dadurch beliebig und austauschbar.
Dozent:
Das ist ein berechtigter Einwand – aber kein technisches, sondern ein didaktisches Problem. KI erzeugt Durchschnitt, wenn man ihr Durchschnitt erlaubt. Wer Gamma mit einem schwammigen Prompt füttert, bekommt eine glatte, aber austauschbare Präsentation.
Wer jedoch klare Ziele, Zielgruppen und Rahmenbedingungen formuliert, erhält erstaunlich präzise Ergebnisse. Die Verantwortung verlagert sich – sie verschwindet nicht.
Journalist:
Welche Rolle spielt Prompting dabei konkret?
Dozent:
Prompting ist die neue Präsentationskompetenz. Früher musste man wissen, wo man klickt. Heute muss man wissen, was man will. Ein guter Prompt ersetzt zehn Stunden Herumprobieren. Er zwingt zur Klarheit:
Was ist die Kernaussage?
Wer hört zu?
Was soll nach der Präsentation anders sein als vorher?
Journalist:
Und was kann Gamma besonders gut?
Dozent:
Gamma ist stark in Struktur, Visualisierung und Konsistenz. Es nimmt Ihnen nicht das Denken ab, aber es nimmt Ihnen das mechanische Umsetzen ab. Überschriften, Layouts, Abstände, visuelle Hierarchien – all das passiert automatisch und überraschend sauber. Für Seminare, Lehre und Business-Präsentationen ist das ein enormer Zeitgewinn.
Journalist:
Wo liegen aus Ihrer Sicht die Grenzen solcher KI-Tools?
Dozent:
Ganz klar bei Inhalt, Verantwortung und Kontext. KI kann plausibel formulieren, aber nicht beurteilen, ob etwas fachlich korrekt, ethisch vertretbar oder strategisch klug ist.
Ein weiteres Limit ist Originalität. KI optimiert auf Bewährtes. Wer bewusst provozieren, irritieren oder neue Denkwege eröffnen möchte, muss selbst eingreifen.
Journalist:
Welche typischen Fehler beobachten Sie bei Einsteigern?
Dozent:
Der häufigste Fehler ist die unkritische Übernahme des ersten Ergebnisses. KI liefert einen Rohdiamanten, kein fertiges Kunstwerk.
Ein zweiter Fehler ist die Überladung: „Wenn die KI schon kann, dann nehme ich alles.“ Gute Präsentationen leben von Reduktion, nicht von Vollständigkeit.
Journalist:
Was lernen Ihre Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer durch die Arbeit mit KI-Tools am meisten?
Dozent:
Sie lernen, dass Präsentationen Denkwerkzeuge sind. Viele erkennen erstmals, dass ihr eigentliches Problem nicht PowerPoint war, sondern fehlende Zielklarheit. KI macht diese Defizite gnadenlos sichtbar – und genau das ist ihr didaktischer Wert.
Journalist:
Zum Abschluss: Wird KI den Menschen als Präsentierenden ersetzen?
Dozent:
Nein. Aber sie wird den Anspruch erhöhen. Wer künftig präsentiert, muss weniger klicken, aber mehr denken.
KI ersetzt keine Persönlichkeit, keine Haltung und keine Verantwortung. Sie ersetzt nur schlechte Ausreden.
Essay
Ein Essay über Gamma & Co, neue Präsentationskompetenzen und die Rolle des Menschen
Präsentationen sind seit Jahrzehnten ein zentrales Medium der Wissensvermittlung, Entscheidungsfindung und Überzeugungsarbeit. Ob in Hörsälen, Konferenzräumen oder virtuellen Meetings – Präsentationen strukturieren Denken, lenken Aufmerksamkeit und prägen Wahrnehmung. Lange Zeit war ihre Erstellung vor allem ein handwerklicher Prozess: Inhalte sammeln, Folien gestalten, Texte formatieren. Mit dem Aufkommen KI-gestützter Präsentationstools wie Gamma verändert sich dieses Paradigma grundlegend.
Die eigentliche Innovation liegt dabei nicht in schöneren Folien oder schnelleren Layouts, sondern in einer Verschiebung der kognitiven Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine. Präsentationen werden nicht länger ausschließlich gebaut, sondern zunehmend entworfen, kuratiert und gesteuert.
Vom leeren Blatt zur dialogischen Struktur
Klassische Präsentationstools beginnen mit einer leeren Folie – ein Zustand, der nicht selten zu Unsicherheit, Aktionismus oder inhaltlicher Beliebigkeit führt. KI-Tools setzen an einer anderen Stelle an: Sie starten mit einer Idee, einem Ziel oder einem Text. Die Präsentation entsteht im Dialog. Die KI schlägt Strukturen vor, priorisiert Inhalte und visualisiert Zusammenhänge, während der Mensch bewertet, korrigiert und entscheidet.
Diese dialogische Arbeitsweise verändert den Charakter der Präsentationserstellung. Sie wird weniger zu einer mechanischen Tätigkeit und stärker zu einem reflexiven Prozess, der Klarheit über Ziele, Zielgruppen und Kernaussagen erzwingt. Wer mit KI arbeitet, muss wissen, was er sagen will – andernfalls produziert die KI zwar formal saubere, aber inhaltlich austauschbare Ergebnisse.
Prompting als neue Schlüsselkompetenz
In diesem Kontext gewinnt das sogenannte Prompting eine zentrale Bedeutung. Der Prompt ist nicht bloß eine technische Eingabe, sondern eine konzeptionelle Verdichtung der eigenen Gedanken. Gute Prompts enthalten Ziel, Kontext, Zielgruppe und gewünschte Tiefe. Sie fungieren als Briefing an die KI – und zugleich als Selbstklärung für den Präsentierenden.
Damit verschiebt sich die erforderliche Kompetenz: Während früher Softwarekenntnisse dominierten, sind heute analytische Klarheit, Zielorientierung und didaktisches Denken entscheidend. Präsentationskompetenz wird zur Meta-Kompetenz, die Technik, Inhalt und Kommunikation verbindet.
Effizienzgewinn und Demokratisierung – mit Nebenwirkungen
Unbestritten ist der Effizienzgewinn. Präsentationen, die früher Stunden oder Tage in Anspruch nahmen, lassen sich mit KI-Tools in einem Bruchteil der Zeit erstellen. Dies führt zu einer Demokratisierung professioneller Präsentationen: Auch Personen ohne ausgeprägte Design- oder Präsentationserfahrung können hochwertige Ergebnisse erzielen.
Gleichzeitig entstehen neue Risiken. Die Standardisierung von Strukturen und Designs kann zu einer gewissen Austauschbarkeit führen. KI optimiert auf Bewährtes, nicht auf radikale Originalität. Wer sich vollständig auf KI verlässt, riskiert eine Glättung von Inhalten und eine Reduktion individueller Perspektiven. Präsentationen werden dann zwar korrekt, aber belanglos.
Verantwortung bleibt menschlich
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Frage der Verantwortung. KI kann Inhalte plausibel formulieren, aber nicht bewerten. Sie kann Argumente strukturieren, aber nicht für ihre Wahrheit einstehen. Gerade im Hochschul- und Wissenschaftskontext ist dies von entscheidender Bedeutung. Die Verantwortung für Korrektheit, Kontextualisierung und ethische Vertretbarkeit bleibt unteilbar menschlich.
KI-gestützte Präsentationen verlangen daher keine geringere, sondern eine höhere Urteilskraft. Der Präsentierende wird zum Redakteur, Kurator und Qualitätsgaranten. Diese Rolle ist anspruchsvoller als das bloße Erstellen von Folien – aber auch intellektuell befriedigender.
Präsentationen als Denkwerkzeuge der Zukunft
In ihrer besten Ausprägung machen KI-Tools Präsentationen wieder zu dem, was sie immer sein sollten: Denkwerkzeuge. Sie helfen, Gedanken zu ordnen, Argumente sichtbar zu machen und Komplexität zu reduzieren, ohne sie zu verfälschen. Der Fokus verschiebt sich von der Frage „Wie baue ich diese Folie?“ hin zu „Was ist meine zentrale Botschaft?“.
Damit verändert sich auch die didaktische Perspektive. Präsentationen werden weniger Produkt und stärker Prozess. Sie entstehen iterativ, dialogisch und reflektiert. KI fungiert dabei als Denkverstärker, nicht als Denk-Ersatz.
Schlussbetrachtung
Präsentationen mit KI – ob mit Gamma oder vergleichbaren Tools – markieren keinen Verlust menschlicher Kompetenz, sondern deren Neuverortung. Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, Ziele klar zu formulieren und Ergebnisse kritisch zu prüfen, gewinnt durch KI an Qualität, Effizienz und Klarheit. Wer diese Verantwortung abgibt, erhält glatte Oberflächen ohne Substanz.
Die Zukunft der Präsentation gehört nicht der KI allein, sondern der souveränen Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Präsentieren wird weniger Handwerk – und mehr Haltung.
FAQs
FAQs – Präsentationen mit KI (Gamma & Co)
1. Was versteht man unter KI-gestützter Präsentationserstellung?
KI-gestützte Präsentationserstellung bezeichnet den Einsatz künstlicher Intelligenz zur automatischen Strukturierung, Texterstellung, Visualisierung und Gestaltung von Präsentationen. Die KI unterstützt den gesamten Prozess von der Idee bis zum fertigen Foliensatz.
2. Was ist der Unterschied zwischen klassischen Präsentationstools und KI-Tools wie Gamma?
Klassische Tools beginnen mit einer leeren Folie und setzen manuelle Arbeit voraus. KI-Tools wie Gamma starten mit Inhalten oder Zielen und erzeugen daraus automatisch Struktur, Design und visuelle Hierarchien.
3. Ersetzt KI den Menschen bei der Präsentationserstellung?
Nein. KI ersetzt keine inhaltliche Verantwortung, keine Fachkompetenz und keine Präsentationspersönlichkeit. Sie übernimmt Routinearbeit, während der Mensch konzipiert, bewertet und entscheidet.
4. Welche Vorteile bietet der Einsatz von KI bei Präsentationen?
Zu den wichtigsten Vorteilen zählen Zeitersparnis, strukturierte Gliederungen, konsistentes Design, niedrigere Einstiegshürden und eine deutliche Entlastung von Formatierungs- und Layoutarbeit.
5. Welche Risiken gibt es bei KI-generierten Präsentationen?
Typische Risiken sind unkritische Übernahme von Inhalten, inhaltliche Ungenauigkeiten, Vereinheitlichung von Präsentationen und mangelnde Anpassung an spezifische Kontexte oder Zielgruppen.
6. Was ist Prompting und warum ist es so wichtig?
Prompting bezeichnet die gezielte Formulierung von Arbeitsanweisungen an die KI. Die Qualität des Prompts bestimmt maßgeblich die Qualität der Präsentation. Gutes Prompting erfordert Zielklarheit und strukturiertes Denken.
7. Für welche Zielgruppen eignen sich KI-Präsentationstools besonders?
Besonders geeignet sind Studierende, Lehrende, Fach- und Führungskräfte sowie alle Personen, die regelmäßig Präsentationen erstellen und dabei effizient und professionell arbeiten möchten.
8. Können KI-Tools wissenschaftliche Präsentationen erstellen?
Ja, allerdings nur unterstützend. Strukturierung, Zusammenfassung und Visualisierung sind möglich, die fachliche Prüfung, Quellenkritik und inhaltliche Verantwortung bleiben zwingend menschliche Aufgaben.
9. Wie individuell sind KI-generierte Präsentationen?
Die Individualität hängt stark von den Eingaben ab. Klare Zieldefinitionen, präzise Prompts und bewusste Nachbearbeitung führen zu individuellen Ergebnissen. Vage Eingaben erzeugen austauschbare Präsentationen.
10. Sind KI-Präsentationen automatisch qualitativ hochwertig?
Nein. KI liefert Rohfassungen auf hohem formalen Niveau. Qualität entsteht erst durch menschliche Überarbeitung, Reduktion, Kontextualisierung und didaktische Anpassung.
11. Welche Rolle spielt Design bei KI-Präsentationstools?
KI übernimmt Designentscheidungen automatisch und sorgt für visuelle Konsistenz. Dies verbessert die Grundqualität erheblich, ersetzt jedoch keine bewussten gestalterischen Entscheidungen bei besonderen Anforderungen.
12. Kann man KI-Präsentationen weiterbearbeiten?
Ja. Die meisten KI-Tools bieten Exportfunktionen (z. B. PDF oder PowerPoint), sodass Präsentationen anschließend manuell angepasst, erweitert oder in bestehende Vorlagen integriert werden können.
13. Sind KI-Präsentationen datenschutzrechtlich unproblematisch?
Das hängt vom jeweiligen Tool ab. Sensible oder vertrauliche Inhalte sollten nur nach Prüfung der Datenschutzbedingungen verwendet werden, insbesondere im Unternehmens- und Hochschulkontext.
14. Wie verändert KI die Präsentationskompetenz langfristig?
Der Schwerpunkt verlagert sich von Softwarebedienung hin zu Zieldefinition, Strukturdenken, kritischer Bewertung und inhaltlicher Verantwortung. Präsentationskompetenz wird zur strategischen Schlüsselqualifikation.
15. Wann sollte man bewusst auf KI verzichten?
Wenn Inhalte hochsensibel, stark kontextabhängig oder bewusst provokativ gestaltet werden sollen, kann manuelle Arbeit sinnvoller sein. KI ist ein Werkzeug – kein Automatismus.
Arbeitsblatt
Teil A – Verständnisfragen (Wissenssicherung)
Beantworten Sie die folgenden Fragen stichpunktartig oder in ganzen Sätzen.
- Was unterscheidet KI-gestützte Präsentationstools grundlegend von klassischen Präsentationsprogrammen?
- Welche Aufgaben übernimmt KI typischerweise bei der Präsentationserstellung, welche Aufgaben bleiben beim Menschen?
- Warum ist Prompting eine zentrale Kompetenz beim Arbeiten mit KI-Tools?
- Nennen Sie zwei Vorteile und zwei Risiken beim Einsatz von KI für Präsentationen.
- Weshalb sind KI-generierte Präsentationen nicht automatisch qualitativ hochwertig?
Teil B – Reflexionsfragen (kritisches Denken)
Diskutieren oder beantworten Sie die folgenden Fragen schriftlich.
- In welchen Situationen würden Sie KI bei der Präsentationserstellung bewusst einsetzen? Begründen Sie Ihre Antwort.
- In welchen Situationen würden Sie auf KI verzichten? Welche Risiken sehen Sie hier besonders kritisch?
- Wie verändert der Einsatz von KI Ihrer Meinung nach die Rolle der präsentierenden Person?
- Stimmen Sie der Aussage zu:
„KI macht Präsentationen effizienter, aber nicht automatisch besser.“
Begründen Sie Ihre Position.
Teil C – Praxisaufgabe (Anwendung)
- Formulieren Sie einen konkreten Prompt für eine Präsentation zu einem Thema Ihrer Wahl.
Der Prompt soll mindestens enthalten:
- Ziel der Präsentation
- Zielgruppe
- Umfang (z. B. Anzahl der Folien)
- gewünschte Tonalität
Ihr Prompt:
- Lassen Sie mit Hilfe eines KI-Tools eine Präsentationsstruktur erzeugen.
Notieren Sie anschließend:
- Was ist gut gelungen?
- Wo ist Nacharbeit notwendig?
- Welche Entscheidungen mussten Sie selbst treffen?
Teil D – Transfer (Metakompetenz)
- Ergänzen Sie die folgenden Sätze:
- Durch KI habe ich gelernt, dass gute Präsentationen vor allem …
- KI hat mir gezeigt, dass mein größtes Präsentationsproblem bisher …
- In Zukunft möchte ich KI bei Präsentationen vor allem für … einsetzen.
Teil E – Merksätze (Zusammenfassung)
Kreuzen Sie an oder ergänzen Sie:
☐ KI ersetzt keine inhaltliche Verantwortung
☐ KI zwingt zu klaren Zielen
☐ Gute Prompts sind wichtiger als schöne Folien
☐ Präsentationskompetenz ist heute mehr Denk- als Klickarbeit
Glossar
Präsentationen mit KI – Gamma & Co
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Abstraktionsniveau | Grad der inhaltlichen Verdichtung einer Präsentation, angepasst an Zielgruppe und Zweck. |
| Argumentationslogik | Nachvollziehbarer Aufbau von Aussagen, der zu einer schlüssigen Schlussfolgerung führt. |
| Automatisches Layout | KI-gestützte Anordnung von Inhalten nach Design- und Lesbarkeitsregeln. |
| Best Practice | Bewährte Vorgehensweise, die sich in der Praxis als effektiv erwiesen hat. |
| Cognitive Load | Mentale Belastung des Publikums durch Informationsdichte und Präsentationsgestaltung. |
| Corporate Design | Einheitliche visuelle Gestaltungsrichtlinien einer Organisation. |
| Datenvisualisierung | Grafische Darstellung von Daten zur besseren Verständlichkeit. |
| Designkonsistenz | Einheitliche visuelle Gestaltung über alle Folien hinweg. |
| Didaktische Reduktion | Bewusste Vereinfachung von Inhalten zugunsten der Verständlichkeit. |
| Dramaturgie | Geplanter Spannungs- und Bedeutungsverlauf einer Präsentation. |
| Effizienzgewinn | Zeit- und Arbeitsersparnis durch den Einsatz von KI. |
| Exportformat | Ausgabeformat einer Präsentation, z. B. PDF oder PowerPoint. |
| Faktenkontrolle | Prüfung von Aussagen auf Richtigkeit und Aktualität. |
| Folienhierarchie | Visuelle Gewichtung von Überschriften, Texten und Elementen. |
| Gliederung | Strukturierte Anordnung der Inhalte einer Präsentation. |
| Iteration | Wiederholtes Überarbeiten und Verbessern von KI-Ergebnissen. |
| KI-Assistenz | Unterstützung durch künstliche Intelligenz bei Arbeitsprozessen. |
| KI-gestützte Präsentation | Präsentation, die mithilfe von KI erstellt oder optimiert wurde. |
| Kontextsensitivität | Fähigkeit, Inhalte an Situation und Zielgruppe anzupassen. |
| Kernaussage | Zentrale Botschaft einer Folie oder Präsentation. |
| Layoutlogik | Regelbasierte Anordnung visueller Elemente. |
| Medienkompetenz | Fähigkeit, digitale Werkzeuge reflektiert zu nutzen. |
| Metakompetenz | Übergeordnete Fähigkeit, Werkzeuge sinnvoll zu steuern. |
| Narrative Struktur | Erzählerischer Aufbau einer Präsentation. |
| Prompt | Texteingabe zur Steuerung einer KI. |
| Prompting | Technik der gezielten Formulierung von Arbeitsanweisungen an KI. |
| Präsentationskompetenz | Fähigkeit, Inhalte klar, überzeugend und zielgerichtet zu vermitteln. |
| Präsentationsziel | Beabsichtigte Wirkung einer Präsentation. |
| Qualitätssicherung | Systematische Prüfung von Inhalt und Darstellung. |
| Quellenkritik | Bewertung von Herkunft, Qualität und Aussagekraft von Quellen. |
| Reduktion | Beschränkung auf wesentliche Inhalte. |
| Reflexion | Kritische Auseinandersetzung mit Ergebnissen und Vorgehen. |
| Responsives Design | Anpassungsfähige Darstellung an unterschiedliche Geräte. |
| Roter Faden | Durchgängige inhaltliche Logik einer Präsentation. |
| Semantic Analysis | KI-Analyse von Bedeutungszusammenhängen im Text. |
| Slide Deck | Gesamtheit aller Folien einer Präsentation. |
| Storytelling | Vermittlung von Inhalten in erzählerischer Form. |
| Strukturautomatisierung | Automatische Gliederung von Inhalten durch KI. |
| Textverdichtung | Zusammenfassung umfangreicher Inhalte. |
| Toolauswahl | Entscheidung für ein geeignetes KI-Werkzeug. |
| Usability | Benutzerfreundlichkeit eines Tools. |
| Visual Hierarchy | Visuelle Priorisierung von Informationen. |
| Visual Storytelling | Kombination aus Bildern und Struktur zur Inhaltsvermittlung. |
| Wissensvermittlung | Zielgerichtete Weitergabe von Informationen. |
| Zielgruppenanalyse | Analyse von Vorwissen und Erwartungen des Publikums. |
| Zielklarheit | Präzise Definition des Präsentationszwecks. |
| Zeitökonomie | Effiziente Nutzung der verfügbaren Zeit. |
| Gamma | KI-Tool zur automatisierten Strukturierung und Gestaltung von Präsentationen. |
Übung
Übung 1: Von der Idee zur KI-Präsentationsstruktur
Aufgabe
Sie sollen eine Präsentation zum Thema
„Künstliche Intelligenz im Studium – Chancen und Risiken“ erstellen.
Erstellen Sie mit einem KI-Tool wie Gamma eine erste Präsentationsstruktur mit:
- 8–10 Folien
- klarer Zielgruppe
- erkennbarer Argumentationslogik
Musterlösung – Schritt für Schritt
Schritt 1: Ziel definieren
Ziel: Informierende Präsentation mit reflektierender Einordnung
Zielgruppe: Studierende ohne tiefgehende KI-Vorkenntnisse
Schritt 2: Prompt formulieren
„Erstelle eine Präsentationsstruktur mit 8–10 Folien für Studierende.
Thema: Künstliche Intelligenz im Studium – Chancen und Risiken.
Tonalität: sachlich, verständlich, ausgewogen.
Ziel: Überblick und kritische Einordnung.“
Schritt 3: KI-Struktur prüfen
Typische KI-Ausgabe:
- Einführung
- Grundlagen KI
- Chancen im Studium
- Risiken und Grenzen
- Ethische Fragen
- Praxisbeispiele
- Fazit
Schritt 4: Menschliche Entscheidung
Reduktion auf Kernpunkte, Zusammenlegung ähnlicher Folien, klare Schlussfolie.
Übung 2: Prompt-Qualität vergleichen
Aufgabe
Vergleichen Sie zwei Prompts:
Prompt A:
„Mach mir eine Präsentation über KI.“
Prompt B:
„Erstelle eine 10-Folien-Präsentation für Seminarteilnehmende auf Hochschulniveau zum Thema KI in der Präsentationserstellung. Fokus: Praxis, Chancen, Grenzen.“
Bewerten Sie die Ergebnisse.
Musterlösung – Schritt für Schritt
Schritt 1: Prompt A ausführen
Ergebnis: Allgemein, unscharf, austauschbar.
Schritt 2: Prompt B ausführen
Ergebnis: Klare Struktur, zielgruppengerecht, thematisch fokussiert.
Schritt 3: Analyse
- Prompt B enthält Zielgruppe, Umfang, Fokus
- Prompt A überlässt alles der KI
Erkenntnis:
Prompting ist keine Technikfrage, sondern eine Denkfrage.
Übung 3: Reduktion und Qualitätssicherung
Aufgabe
Eine KI hat Ihnen eine Präsentation mit 15 Folien erzeugt.
Ihre Aufgabe:
- Reduzieren Sie auf maximal 8 Folien
- Bewahren Sie dennoch die Kernaussagen
Musterlösung – Schritt für Schritt
Schritt 1: Kernaussagen identifizieren
Welche 3–4 Botschaften müssen bleiben?
Schritt 2: Redundanzen erkennen
Ähnliche Inhalte zusammenfassen (z. B. Chancen + Beispiele).
Schritt 3: Folien streichen
- Detailfolien
- Wiederholungen
- rein beschreibende Inhalte
Schritt 4: Ergebnis
- Klarer roter Faden
- höhere Verständlichkeit
- bessere Präsentationswirkung
Übung 4: Mensch vs. KI – Rollen klären
Aufgabe
Ordnen Sie zu, wer verantwortlich ist: KI oder Mensch
| Aufgabe | KI | Mensch |
|---|---|---|
| Layout und Design | ☐ | ☐ |
| Faktenprüfung | ☐ | ☐ |
| Zieldefinition | ☐ | ☐ |
| Strukturvorschläge | ☐ | ☐ |
| Verantwortung für Inhalte | ☐ | ☐ |
Musterlösung
| Aufgabe | KI | Mensch |
|---|---|---|
| Layout und Design | ☑ | ☐ |
| Faktenprüfung | ☐ | ☑ |
| Zieldefinition | ☐ | ☑ |
| Strukturvorschläge | ☑ | ☐ |
| Verantwortung für Inhalte | ☐ | ☑ |
Merksatz:
KI unterstützt – Verantwortung bleibt menschlich.
Übung 5: Eigene Mini-Präsentation entwickeln
Aufgabe
Erstellen Sie eine 5-Folien-Mini-Präsentation zu einem selbstgewählten Thema mithilfe eines KI-Tools.
Vorgaben:
- klare Zielgruppe
- klarer Zweck
- bewusste Nachbearbeitung
Musterlösung – Schritt für Schritt
Schritt 1: Thema festlegen
Beispiel: „Zeitmanagement im Studium“
Schritt 2: Ziel & Zielgruppe definieren
Studierende, praxisorientiert, alltagsnah
Schritt 3: KI-Output erzeugen
Struktur + Inhalte automatisch generieren lassen
Schritt 4: Menschliche Überarbeitung
- Text kürzen
- Beispiele ergänzen
- Reihenfolge optimieren
Schritt 5: Reflexion
Was hat die KI gut gemacht?
Wo war menschliches Eingreifen notwendig?
Hausaufgabe
Hausaufgabe 1: Zielklarheit vor Technik
Aufgabe:
Wählen Sie ein Thema, zu dem Sie in den nächsten Wochen realistisch eine Präsentation halten könnten (Studium, Beruf, Weiterbildung).
Formulieren Sie schriftlich:
- Ziel der Präsentation (ein Satz)
- Zielgruppe (inkl. Vorwissen)
- gewünschte Wirkung (Was soll das Publikum danach wissen, denken oder tun?)
Abgabe: ½ Seite Text
Lernziel:
Erkennen, dass gute Präsentationen vor der Tool-Nutzung beginnen.
Hausaufgabe 2: Prompting als Denkdisziplin
Aufgabe:
Erstellen Sie zwei Prompts für dasselbe Präsentationsthema:
- einen bewusst schlechten, unpräzisen Prompt
- einen strukturierten, hochwertigen Prompt
Nutzen Sie den guten Prompt anschließend in einem KI-Tool wie
Gamma und lassen Sie sich eine Präsentationsstruktur erzeugen.
Reflexion:
- Welche Unterschiede zeigen sich im Ergebnis?
- Was hat der gute Prompt besser gemacht?
Abgabe: Prompts + kurze Reflexion (ca. ½ Seite)
Hausaufgabe 3: KI-Output kritisch prüfen
Aufgabe:
Nehmen Sie eine KI-generierte Präsentation (oder Gliederung) und prüfen Sie diese systematisch auf:
- inhaltliche Korrektheit
- Verständlichkeit für die Zielgruppe
- Redundanzen oder Überladung
Markieren Sie mindestens:
- 2 Stellen, die gekürzt werden sollten
- 2 Stellen, die inhaltlich präzisiert werden müssen
Abgabe: kommentierte Gliederung oder Stichpunktliste
Lernziel:
Entwicklung von Qualitäts- und Urteilskompetenz im Umgang mit KI.
Hausaufgabe 4: Mensch und KI – Rollenverteilung
Aufgabe:
Erstellen Sie eine Tabelle mit zwei Spalten:
- Aufgaben der KI
- Aufgaben des Menschen
Ordnen Sie mindestens 8 typische Schritte der Präsentationserstellung zu (z. B. Struktur, Design, Faktenprüfung, Dramaturgie, Verantwortung).
Zusatzfrage:
Welche Aufgabe würden Sie niemals vollständig an KI abgeben? Begründen Sie.
Abgabe: Tabelle + kurzer Text
Hausaufgabe 5: Persönliche Präsentations-Checkliste
Aufgabe:
Entwickeln Sie eine eigene Checkliste (10–12 Punkte), die Sie künftig vor jeder Präsentation verwenden möchten, wenn KI im Spiel ist.
Die Checkliste soll u. a. enthalten:
- Ziel- und Zielgruppenfragen
- Qualitäts- und Kontrollfragen
- Reflexionsfragen zum KI-Einsatz
Abgabe: strukturierte Liste
Lernziel:
Nachhaltiger Kompetenzaufbau und bewusster KI-Einsatz.
Hinweis für Sie als Dozent
Diese Hausaufgaben eignen sich für:
- benotete Reflexionsleistungen
- Portfolio-Arbeit
- Prüfungsvorbereitung
- Transfernachweise in Hochschulmodulen
Gamma: Schritt-für-Schritt
1) Vorarbeit: Ziel, Zielgruppe, Rahmen
Notieren Sie (30 Sekunden):
- Ziel: informieren, überzeugen, lehren, entscheiden?
- Zielgruppe: Vorwissen, Tonalität (Hochschule), Fachsprache?
- Umfang: z. B. 8–12 Folien, 15 Minuten
Diese drei Punkte sind später Ihr „Steuerhebel“ für Gamma.
2) In Gamma starten: Neues Projekt anlegen
- Gamma öffnen
- New / Create wählen und dann Presentation (oder „Presentation, document, webpage“ je nach Oberfläche).
- Entscheiden, wie Sie starten möchten:
- Create with AI (Prompt)
- Paste in text (Notizen)
- Upload file / URL (PDF, Doc, Website)
3) Der beste Start: „Create with AI“ mit einem Master-Prompt
Nutzen Sie einen Prompt, der Zielgruppe, Umfang und Stil enthält. Beispiel (Hochschule):
„Erstelle eine Präsentation mit 10 Folien für Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer (Hochschulniveau). Thema: Präsentationen mit KI (Gamma & Co). Fokus: Workflow, Prompting, Qualitätskontrolle, Best Practices. Tonalität: wissenschaftlich fundiert, praxisnah. Jede Folie: Titel + 3 Bulletpoints + 1 Praxisbeispiel.“
Gamma kann aus einem Satz starten, aber mehr Kontext = bessere Struktur.
4) Struktur prüfen und sofort verbessern (die wichtigste Minute)
Gehen Sie die erzeugte Gliederung durch und prüfen Sie:
- Ist der rote Faden erkennbar?
- Gibt es doppelte Folien?
- Fehlt „Warum/So what?“ am Anfang und „Takeaways“ am Ende?
Dann geben Sie Gamma gezielte Nacharbeit, z. B.:
- „Kürze auf 8 Folien.“
- „Mehr Praxis, weniger Theorie.“
- „Füge eine Folie mit Checkliste hinzu.“
5) Inhalte iterativ schärfen (statt alles neu zu bauen)
Arbeiten Sie folienweise:
- Zu lang? „Kürze auf 3 Bullets, maximal 12 Wörter pro Bullet.“
- Zu abstrakt? „Füge ein konkretes Beispiel aus Hochschullehre hinzu.“
- Zu oberflächlich? „Ergänze ein Mini-Framework (z. B. Problem–Lösung–Beleg).“
Das ist der Gamma-Workflow: Entwurf → Feedback → Verfeinerung.
6) Design/Theme: Einmal sauber einstellen, dann konsequent bleiben
- Theme/Design auswählen und auf Konsistenz achten.
- Bei Bedarf: „Restyle“/Theme-Wechsel für die gesamte Präsentation (Gamma bewirbt genau diese schnelle Umgestaltung).
Best Practice: Erst Inhalt stabilisieren, dann Design finalisieren.
7) Bilder, Diagramme, Visuals sinnvoll einsetzen
Regel: Visuals dienen der Erklärung, nicht der Dekoration.
- Wenn eine Folie Zahlen enthält: Diagramm statt Textblock.
- Wenn ein Prozess erklärt wird: Schrittgrafik/Workflow.
Gamma ist stark in „visuell sauber“ – aber Sie entscheiden, was gezeigt werden soll.
8) Qualitätssicherung: Inhaltliche Kontrolle (Pflicht auf Hochschulniveau)
Checkliste pro Deck:
- Stimmen Definitionen/Zahlen/Behauptungen?
- Sind Begriffe konsistent?
- Sind Beispiele realistisch und nicht „KI-Fantasy“?
KI kann überzeugend formulieren – das ersetzt keine Faktenprüfung.
9) Teilen, Export, Weiterbearbeitung
Für Abgabe/Weitergabe:
- Share für Link/Einladung (je nach Bedarf)
- Export für PDF oder PowerPoint (typisch: Share → Export).
(Es gibt auch offizielle/inoffizielle Tutorials dazu.)
Praxis-Tipp: Exportieren, dann in PowerPoint letzte Corporate-Design-Details, Sprecher-Notizen, ggf. Animationen nachziehen.
Drei Prompt-Vorlagen, die in Gamma zuverlässig funktionieren
- Schnellstart (8 Folien)
„8 Folien, Zielgruppe: Hochschule. Thema: … Fokus: … Jede Folie 3 Bullets + 1 Beispiel + 1 Merksatz.“ - Pitch/Überzeugung
„Erstelle eine Pitch-Struktur: Problem → Lösung → Beleg → Nutzen → Risiko → Next Steps. 10 Folien.“ - Lehrveranstaltung
„Didaktik: Lernziele → Begriffe → Beispiel → Übung → Zusammenfassung. 12 Folien.“
Mensch vs. KI
Vergleichs-Lab „Mensch vs. KI vs. Mensch + KI“
Idee
Die Teilnehmenden erleben konkret und messbar, wo KI wie Gamma stark ist, wo sie schwächelt – und warum die Kombination aus Mensch und KI das beste Ergebnis liefert.
Das ist kein weiteres Tool, sondern ein Erkenntnisformat.
Aufbau des Vergleichs-Labs (45–60 Minuten)
Phase 1: Gleiche Aufgabe, drei Wege
Alle Teilnehmenden erhalten dieselbe Präsentationsaufgabe, z. B.:
„Erstellen Sie eine 5-Folien-Präsentation zum Thema
KI im Studium – Chancen und Grenzen
Zielgruppe: Studierende im 1. Semester“
Dann arbeiten sie in drei Gruppen:
- Gruppe A – Mensch pur
Erstellung ohne KI, klassisch (PowerPoint/Notizen) - Gruppe B – KI pur
Erstellung ausschließlich mit Gamma, keine Nachbearbeitung - Gruppe C – Mensch + KI
Gamma nutzen und bewusst redaktionell eingreifen
Phase 2: Vergleich anhand klarer Kriterien
Die Ergebnisse werden nicht „geschmacklich“, sondern systematisch verglichen:
| Kriterium | A | B | C |
|---|---|---|---|
| Zielklarheit | ☐ | ☐ | ☐ |
| Struktur / roter Faden | ☐ | ☐ | ☐ |
| Verständlichkeit | ☐ | ☐ | ☐ |
| Designkonsistenz | ☐ | ☐ | ☐ |
| Inhaltliche Verantwortung | ☐ | ☐ | ☐ |
Phase 3: Gemeinsame Auswertung (der didaktische Kern)
Leitfragen für die Diskussion:
- Wo war KI eindeutig überlegen?
- Wo war menschliches Denken unverzichtbar?
- Was ging mit KI schneller, aber nicht besser?
- Warum ist Gruppe C fast immer am überzeugendsten?
Hier entsteht der Aha-Effekt.
Didaktischer Mehrwert
- Teilnehmende verstehen, statt nur zu hören
- KI wird weder glorifiziert noch verteufelt
- Präsentationskompetenz wird als Entscheidungskompetenz sichtbar
- Perfekt anschlussfähig an Ihre bisherigen Kapitel (Prompting, Qualitätssicherung, Verantwortung)
Optionaler Abschluss
Ein Merksatz, den Sie gemeinsam formulieren lassen können:
„KI macht Präsentationen schneller –
Denken macht sie besser.“
Reflektion
Reflexionsprotokoll: Präsentationen mit KI – Gamma & Co
Name: ___________________________
Studiengang / Funktion: ___________________________
Datum: ___________________________
Seminar: Präsentationen mit KI erstellen
Eingesetzte Tools: KI-Präsentationstools (z. B. Gamma & vergleichbare Systeme)
Teil 1 – Ausgangssituation
1. Welche Präsentationsaufgabe haben Sie bearbeitet?
(Beschreiben Sie kurz Thema, Zielgruppe und Anlass der Präsentation.)
……………………………………………………………………………………………………..
……………………………………………………………………………………………………..
2. Welche Erwartungen hatten Sie vor dem Einsatz von KI?
(z. B. Zeitersparnis, bessere Struktur, Skepsis, Neugier)
……………………………………………………………………………………………………..
……………………………………………………………………………………………………..
Teil 2 – Arbeitsprozess mit KI
3. Wie sind Sie bei der Erstellung der Präsentation vorgegangen?
(Bitte ankreuzen und ggf. ergänzen.)
☐ Ziel definiert
☐ Zielgruppe analysiert
☐ Prompt formuliert
☐ KI-Ergebnis überprüft
☐ Inhalte überarbeitet
☐ Präsentation finalisiert
Kurze Erläuterung des Vorgehens:
……………………………………………………………………………………………………..
……………………………………………………………………………………………………..
4. Welche Aufgaben hat die KI aus Ihrer Sicht gut übernommen?
(Mehrfachnennungen möglich.)
☐ Struktur / Gliederung
☐ Textvorschläge
☐ Layout / Design
☐ Visualisierung
☐ Ideenfindung
Begründung:
……………………………………………………………………………………………………..
5. Wo war menschliches Eingreifen zwingend notwendig?
(z. B. Inhaltliche Korrektheit, Gewichtung, Reduktion, Verantwortung)
……………………………………………………………………………………………………..
……………………………………………………………………………………………………..
Teil 3 – Ergebnisbewertung
6. Wie beurteilen Sie das Ergebnis der KI-gestützten Präsentation?
(Bitte bewerten Sie auf einer Skala von 1 = sehr schlecht bis 5 = sehr gut.)
| Kriterium | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
|---|---|---|---|---|---|
| Zielklarheit | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ |
| Verständlichkeit | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ |
| Struktur / roter Faden | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ |
| Design / Übersicht | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ |
| Inhaltliche Qualität | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ |
7. Was hat Sie am meisten überrascht?
(Stärken oder Schwächen der KI)
……………………………………………………………………………………………………..
……………………………………………………………………………………………………..
Teil 4 – Kritische Reflexion
8. Welche Risiken sehen Sie beim Einsatz von KI für Präsentationen?
(z. B. Vereinheitlichung, Fehleranfälligkeit, Verantwortungsverschiebung)
……………………………………………………………………………………………………..
……………………………………………………………………………………………………..
9. Bitte nehmen Sie Stellung zu folgender Aussage:
„KI macht Präsentationen schneller – aber nicht automatisch besser.“
☐ stimme zu
☐ stimme teilweise zu
☐ stimme nicht zu
Begründung:
……………………………………………………………………………………………………..
……………………………………………………………………………………………………..
Teil 5 – Transfer und persönliche Lernbilanz
10. Vervollständigen Sie die folgenden Aussagen:
- Gute Präsentationen entstehen vor allem durch …
- KI hat mir gezeigt, dass …
- Mein größter Lerngewinn aus diesem Seminar ist …
……………………………………………………………………………………………………..
……………………………………………………………………………………………………..
11. Wie möchten Sie KI künftig bei Präsentationen einsetzen?
(Mehrfachauswahl möglich.)
☐ regelmäßig
☐ unterstützend
☐ nur zur Strukturierung
☐ eher selten
☐ gar nicht
Kurze Begründung:
……………………………………………………………………………………………………..
Teil 6 – Persönlicher Merksatz
12. Ihr persönlicher Merksatz zum Thema „Präsentationen mit KI“:
……………………………………………………………………………………………………..
……………………………………………………………………………………………………..
Hinweis: Dieses Reflexionsprotokoll dient der bewussten Auseinandersetzung mit dem Einsatz von KI bei Präsentationen und bewertet nicht die technische Perfektion, sondern die reflektierte Nutzung.
Pädagogische Tipps für Dozenten
1. Pädagogische Tipps – Haltung, Rolle, Lernklima
1.1 KI nicht als Tool, sondern als Anlass zum Denken positionieren
Vermeiden Sie eine rein technikorientierte Einführung („So klickt man sich durch Gamma“).
Rahmen Sie KI stattdessen als pädagogischen Anlass, um über:
- Denken,
- Strukturieren,
- Entscheiden
zu sprechen.
Didaktischer Gewinn:
Die Teilnehmenden lernen nicht „Gamma“, sondern Präsentationskompetenz im KI-Zeitalter.
1.2 Rollenklärung: Vom Wissensvermittler zum Denkbegleiter
In KI-Seminaren verschiebt sich Ihre Rolle:
- weniger Erklärer von Funktionen,
- stärker Moderator von Erkenntnisprozessen.
Stellen Sie häufiger Fragen als Sie Antworten geben, z. B.:
- „Warum hat die KI das so strukturiert?“
- „Welche Entscheidung würden Sie anders treffen?“
Das stärkt Selbstwirksamkeit und Urteilskompetenz.
1.3 Fehler ausdrücklich erlauben
KI produziert plausible Fehler. Nutzen Sie das bewusst pädagogisch:
- falsche Gewichtungen,
- unpassende Beispiele,
- inhaltliche Verkürzungen.
Sagen Sie explizit:
„Wenn heute nichts schiefgeht, haben wir didaktisch etwas falsch gemacht.“
Das senkt Hemmungen und fördert kritisches Denken.
2. Methodische Tipps – Ablauf, Sozialformen, Aktivierung
2.1 Früh aktivieren, nicht erst nach der Theorie
Beginnen Sie nicht mit Definitionen, sondern mit einer Mini-Aufgabe:
„Erstellen Sie mit Gamma eine 3-Folien-Präsentation zu einem beliebigen Thema – ohne Erklärung.“
Erst danach reflektieren Sie gemeinsam:
- Was war leicht?
- Was irritierend?
- Wo war Denken notwendig?
Die Theorie fällt danach auf fruchtbaren Boden.
2.2 Vergleichende Methoden statt Einzellösungen
Setzen Sie systematisch auf Vergleich:
- Mensch vs. KI
- schlechter Prompt vs. guter Prompt
- erste Version vs. überarbeitete Version
Vergleiche erzeugen mehr Lernertrag als „die eine richtige Lösung“.
2.3 Wechsel der Sozialformen
Empfohlener Rhythmus:
- Einzelarbeit (Prompt formulieren)
- Partnerarbeit (Prompt vergleichen)
- Gruppenarbeit (Präsentationen bewerten)
- Plenum (Meta-Reflexion)
So vermeiden Sie Tool-Monotonie und halten kognitive Spannung.
3. Didaktische Tipps – Lernziele, Tiefenstruktur, Transfer
3.1 Lernziele nicht auf Tool-Kompetenz reduzieren
Formulieren Sie Lernziele bewusst höher:
- nicht: „Teilnehmende können Gamma bedienen“
- sondern:
„Teilnehmende können KI-gestützte Präsentationen beurteilen, steuern und verantworten“
Das legitimiert Reflexion, Diskussion und Bewertung als gleichwertige Lernleistungen.
3.2 Didaktische Reduktion vor technischer Vollständigkeit
Widerstehen Sie der Versuchung, „alles zu zeigen“.
Besser:
- wenige Funktionen,
- klare Prinzipien,
- wiederholte Anwendung.
Merksatz für die Lehre:
„Didaktische Tiefe schlägt funktionale Breite.“
3.3 Präsentationen als Denkobjekte behandeln
Lassen Sie Präsentationen nicht nur erstellen, sondern:
- sezieren,
- kommentieren,
- umschreiben,
- bewusst verschlechtern und verbessern.
Fragen Sie:
- „Was denkt das Publikum hier?“
- „Wo verliert die Präsentation ihre Wirkung?“
So wird Präsentieren zur analytischen Disziplin.
4. Typische didaktische Stolpersteine – und wie Sie sie vermeiden
4.1 Tool-Faszination
Wenn Teilnehmende nur noch staunen („Wow, das geht ja schnell“), brechen Sie bewusst ab und fragen:
- „Was davon ist wirklich gut?“
- „Was ist nur bequem?“
4.2 Ergebnisfixierung
Bewerten Sie nicht nur das Endprodukt, sondern:
- den Prompt,
- den Überarbeitungsprozess,
- die Reflexion.
Das verhindert oberflächliche KI-Nutzung.
4.3 Ungleiche Vorkenntnisse
Nutzen Sie KI als Ausgleich:
- Fortgeschrittene arbeiten an Feinsteuerung,
- Einsteiger an Zielklarheit und Struktur.
So bleiben alle gefordert, ohne überfordert zu sein.
5. Abschließender didaktischer Leitsatz für Ihr Seminar
KI verändert nicht die Notwendigkeit des Denkens.
Sie macht sie sichtbarer.
